Ein Leben, das kaum filmreifer sein könnte: Soufiane „Mokki“ Mokhtari hat die Extreme des Daseins erlebt – von der Strasse bis ins Stadion, von ganz unten bis ganz oben. Seine Geschichte ist ein Plädoyer für Mut, zweite Chancen und den unerschütterlichen Glauben an sich selbst.

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Kindheit, Träume und erste Rückschläge

Soufiane Mokhtari wächst in Deutschland als Sohn tunesischer Eltern auf. Schon als Kind hat er einen Traum: Fussballprofi werden. Während andere Kinder noch über Sammelkarten reden, trainiert er mit Hingabe auf Bolzplätzen und in Vereinsmannschaften. Sein Talent ist sichtbar, seine Leidenschaft unübersehbar. Doch der Weg in den Profifussball ist steinig, geprägt von Konkurrenz, Verletzungen und den Härten eines Systems, das keine Rücksicht kennt.

Als sich die ersehnte Karriere nicht so entwickelt wie erhofft, gerät Mokhtari ins Straucheln. Frust, Selbstzweifel und falsche Kreise führen ihn in eine Welt, in die er nie wollte: Drogen, Rotlichtmilieu und Kriminalität. „Es war ein tiefer Absturz. Ich habe mir eingeredet, stark zu sein, aber innerlich war ich am Boden“, erinnert er sich.

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Die unerwartete Wende: Paraguay

Doch manchmal schreibt das Leben Geschichten, die man nicht erfinden könnte. Durch eine unerwartete Chance verschlägt es Mokhtari nach Paraguay. Was unmöglich schien, wird plötzlich wahr: Er erhält ein Engagement als Fussballprofi – am anderen Ende der Welt.

In Südamerika erlebt er, wie sich Türen öffnen, wenn man bereit ist, sie zu durchschreiten. Er spielt auf professionellem Niveau, trainiert härter denn je und lernt eine neue Kultur kennen. „Paraguay war für mich mehr als Fussball. Es war meine Rettung – die Möglichkeit, mich selbst wiederzufinden.“

Seine Zeit in Südamerika markiert einen Wendepunkt. Aus dem gescheiterten Talent wird ein Mann, der gelernt hat, sich selbst nicht aufzugeben.

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Neustart nach dem Fussball

Doch die aktive Karriere endet abrupt. Für viele wäre dies der nächste Absturz gewesen. Für Mokhtari wird es der Beginn eines neuen Kapitels. Er kehrt zurück, studiert, bildet sich weiter und erwirbt einen Abschluss als Sportmanagement-Ökonom. Mit der UEFA-B-Lizenz qualifiziert er sich zusätzlich für den Trainerbereich.

Er arbeitet als Jugendtrainer, Scout, Spielerberater und Match-Analyst. Sein Ziel: junge Spieler nicht nur sportlich, sondern auch menschlich zu begleiten – damit sie nicht dieselben Fehler machen wie er einst. Fussball ist für ihn nicht mehr nur ein Traum, sondern eine Plattform, um Verantwortung zu übernehmen.

„Ganz unten und ganz oben“ – das Buch

Seine bewegende Lebensgeschichte erzählt er in seinem Buch „Ganz unten und ganz oben – Vom Underdog zum Fussballprofi in Paraguay“. Darin spricht er offen über Absturz und Wiederaufstieg, über gebrochene Träume und neue Chancen. Es ist kein klassisches Fussballerbuch, sondern ein ehrlicher Bericht über das Leben mit all seinen Brüchen.

„Ich wollte kein Heldenepos schreiben. Ich wollte zeigen, dass Fehler zum Leben gehören – und dass man trotzdem wieder aufstehen kann“, erklärt Mokhtari. Fussball wird in seinen Erzählungen zur Metapher: Manchmal wirst du gefoult, manchmal stürzt du – aber das Spiel geht weiter.

„Fussball ist wie das Leben: Du kannst stolpern, du kannst verlieren – aber entscheidend ist, dass du weiterspielst.“ – Soufiane Mokhtari

Heute: Mentor, Autor, Mutmacher

Heute ist Soufiane Mokhtari weit mehr als der Junge von damals, der nur vom Fussball träumte. Er ist ein Mann, der seine Erfahrungen teilt – in Interviews, Vorträgen und Podcasts. Besonders eindrucksvoll spricht er in der Episode „363 days“ des Podcasts Blastland – No Limits Just Stories. Dort erzählt er, wie er lernte, Verantwortung für sein Leben zu übernehmen und was es heisst, echte Stärke zu entwickeln.

Seine Botschaft ist klar: Es ist nie zu spät, sein Leben zu verändern. Mokhtari ist lebender Beweis dafür, dass ein Neuanfang immer möglich ist – egal, wie tief man gefallen ist.

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Ein Leben wie ein Spiegel

Die Geschichte von Soufiane „Mokki“ Mokhtari ist mehr als ein persönliches Porträt. Sie ist ein Spiegel für viele junge Menschen, die zwischen Traum und Realität schwanken, zwischen Verlockung und Gefahr. Sie zeigt, dass hinter jeder Niederlage ein Neuanfang lauern kann – wenn man bereit ist, ihn zu wagen.

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